Sexuelle Funktions-
störungen
beim Mann
Sexuelle Funktionsstörungen beim Mann sind weit verbreitet und können in verschiedenen Formen auftreten. Zu den häufigsten zählen Erektionsstörungen – also die wiederholt auftretende Schwierigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten – sowie der vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio praecox), bei dem der Orgasmus wiederholt früher eintritt, als von der betroffenen Person gewünscht. Beide Störungsbilder können zu erheblichem Leidensdruck, Schamgefühlen und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie der Partnerschaft führen.
Neben körperlichen Ursachen – etwa kardiovaskulären Erkrankungen, hormonellen Veränderungen oder Medikamentennebenwirkungen – spielen psychische Faktoren häufig eine wesentliche Rolle. Leistungsdruck, Versagensangst, negative Selbstbewertung und partnerschaftliche Spannungen können die Symptomatik auslösen oder verstärken und einen sich selbst verstärkenden Kreislauf aus Erwartungsangst und tatsächlicher Beeinträchtigung begünstigen. Da körperliche Ursachen medizinisch abgeklärt werden sollten, empfehle ich vor Beginn einer Psychotherapie gegebenenfalls die Konsultation eines Arztes – die psychotherapeutische Behandlung setzt an den psychischen und partnerschaftlichen Einflussfaktoren an und ergänzt damit eine etwaige medizinische Behandlung.
Nach einer sorgfältigen diagnostischen Einordnung möchte ich mit Ihnen ein Erklärungsmodell für Ihre individuelle Situation entwickeln, das verständlich macht, welche Faktoren zu Ihrer Symptomatik beitragen und wie sie aufrechterhalten wird. Bausteine der Therapie können unter anderem sein:
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Die Reduktion von Leistungs- und Beobachtungsdruck durch gezielte Übungen zur Aufmerksamkeitslenkung, um Sexualität wieder als erlebnisorientierten, druckfreien Raum erfahren zu können. Sensate-Focus-Übungen, die schrittweise und ohne Leistungserwartung an körperliche Nähe und Berührung heranführen, sind dabei ein bewährter Baustein.
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Die Bearbeitung dysfunktionaler Gedanken und Überzeugungen zur eigenen Sexualität sowie zu Vorstellungen von Männlichkeit und sexueller Leistung.
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Bei vorzeitigem Samenerguss das Erlernen bewährter verhaltenstherapeutischer Techniken wie der Stop-Start-Methode oder der Squeeze-Technik, die helfen, die Körperwahrnehmung zu schulen und eine bessere Kontrolle über den Erregungsprozess zu entwickeln.
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Die Einbeziehung der Partnerin oder des Partners in den therapeutischen Prozess – sofern gewünscht und möglich –, etwa durch gemeinsam erarbeitete Übungen zur Kommunikation und zur Wiederannäherung an Sexualität ohne Leistungserwartung.