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somatoforme Störungen

Bei somatoformen Störungen stehen körperliche Beschwerden im Vordergrund, für die sich trotz sorgfältiger medizinischer Abklärung keine hinreichende organische Ursache finden lässt. Betroffene leiden häufig unter Symptomen wie Schmerzen, Erschöpfung, Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl – und erleben diese als real und belastend, auch wenn körperliche Befunde fehlen oder die Beschwerden nicht vollständig erklären. Hinzu kommt oft eine intensive Beschäftigung mit der eigenen Gesundheit und die anhaltende Sorge, an einer ernsthaften körperlichen Erkrankung zu leiden. Dies kann zu wiederholten Arztbesuchen, dem Einholen mehrerer medizinischer Meinungen und einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen.

Da körperliche Ursachen vor Beginn einer Psychotherapie ausreichend medizinisch untersucht sein sollten, empfehle ich gegebenenfalls die Konsultation entsprechender Fachärzte. Die psychotherapeutische Behandlung setzt nicht voraus, dass die Beschwerden „eingebildet" sind – im Gegenteil: Das Erleben der Symptome ist real, und die Therapie nimmt dieses Erleben ernst. Ziel ist es vielmehr, gemeinsam zu verstehen, welche psychischen, sozialen und körperlichen Faktoren zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Beschwerden beitragen.

Nach der diagnostischen Einordnung möchte ich mit Ihnen ein individuelles Erklärungsmodell entwickeln, das den Zusammenhang zwischen körperlichen Empfindungen, Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen veranschaulicht. Bausteine der Therapie können unter anderem sein:

  • Die Erarbeitung eines erweiterten Verständnisses der eigenen Beschwerden, das psychische und soziale Einflussfaktoren einbezieht, ohne die körperliche Dimension zu entwerten.

  • Die Bearbeitung von Aufmerksamkeitsprozessen: Da eine intensive Fokussierung auf körperliche Empfindungen deren Wahrnehmung verstärken kann, werden Techniken zur Lenkung der Aufmerksamkeit weg von inneren Körpersignalen hin zu externen Reizen eingeübt.

  • Die Identifikation und Veränderung dysfunktionaler Gedanken, etwa katastrophisierender Interpretationen körperlicher Empfindungen oder überhöhter Krankheitsüberzeugungen.

  • Die Reduktion von schonungs- und vermeidungsbezogenem Verhalten, das die Beschwerden langfristig aufrechterhalten kann, sowie die schrittweise Wiederaufnahme von Alltagsaktivitäten.

  • Die Bearbeitung von Belastungen, Konflikten oder emotionalen Themen, die im Zusammenhang mit der Symptomatik stehen können, etwa chronischer Stress, unverarbeitete Verluste oder zwischenmenschliche Schwierigkeiten.

  • Das Erlernen von Entspannungsverfahren und achtsamkeitsbasierter Techniken, um einen veränderten, weniger angstbesetzten Umgang mit körperlichen Empfindungen zu entwickeln.

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